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Die türkische Mythologie enthält viele Gottheiten und Kreaturen. In vielen Kulturen der Turkvölker, wurde und wird die türkische Mythologie als Teil der türkischen Religion Tengrismus betrachtet. Die türkische Mythologie besteht aber auch aus vielen Sagen und Legenden, die bis heute von großer Bedeutung sind.

 

Die türkischen Gottheiten

Gök Tengri

Gök Tengri, der Herrscher des Himmels, ist die höchste Gottheit der türkischen Mythologie und Religion (Tengrismus). Tengri kommt aber auch in der mongolischen und in den sibirischen Kulturen vor. Er wird häufig als der Himmel selbst betrachtet oder als nicht personifiziertes Wesen, das über das Gleichgewicht der Natur und über das Schicksal der Menschheit wacht. Jedoch wurde er im Laufe der Zeit personifiziert.

Umay

Umay ist die gütige Schutzgöttin der Fruchtbarkeit und das weibliche Gegenstück von Tengri. Sie ist nicht nur die Beschützerin der Frauen und Kinder, sondern die Quelle allen organischen Seins, die im Frühling das Eis schmelzen lässt und die Steppe zum Erblühen bringt.  Ihre wichtigste Aufgabe ist der Schutz von Müttern und Kindern, wobei sie die Seelen der Neugeborenen behütet und den Familien Beistand schenkt. Sie wird in späteren als Tochter von Kayra Han erwähnt. Sie wird als strahlende Frau dargestellt, die als Hüterin des Lebensbaumes die Verbindung zwischen der göttlichen Sphäre und der irdischen Welt bewahrt.

Kayra 

Kayra oder Kayra Han ist einer der mächtigsten Gottheiten der türkischen Mythologie, oder sogar unter den Altai-Türken der Schöpfergott der noch vor Tengri lebte – vor allen anderen. Er pflanzte den Ulukayın – einen Baum der Himmel, Unterwelt und Erde verbindet. Er erschuf eben die Welt. Außerdem wird er oft als Sohn von Tengri angesehen. Er hatte viele Söhne z.B. Ülgen, Mergen, Kızağan Erlik oder Ay Ata.

Ülgen

Ülgen-(Han), Sohn Kayra Hans, ist ebenfalls einer der größten und mächtigsten Gottheiten der türkischen Mythologie. Er ist ein gutherziger Gott der den Menschen viele Sachen brachte und beibrachte. Er sitzt auf einem goldenen Thron, der sich auf dem goldenen Gipfel des 16. Stocks des Ulukayın befindet. Sein Bruder Erlik ist sein Widersacher, der in der Unterwelt lebt und der Herrscher über Tod und Krankheit ist.

Erlik

Erlik Han – Sohn Kayras – ist der Gebieter der Unterwelt (Tamag). Tamag ist das Gegenteil von Uçmag, der Oberwelt, wo die verstorbenen Seelen in Frieden Ruhen können. Erlik ist jedoch in den meisten Vorstellungen kein Teufel, der Böses verbreitet, sondern vielmehr ein Herrscher der Unterwelt, der die kosmische Ordnung aufrechterhält und über Leben, Tod und Schicksal wacht.

Nach altaischen Überlieferungen lebte Erlik ursprünglich in der Oberwelt (Uçmag) im Bereich der himmlischen Gottheiten. Aufgrund seines Hochmuts und Ungehorsams wurde er jedoch aus dem Himmel verbannt und in die Unterwelt, Tamag, gestürzt. Dort wurde er zum Herrscher über die Welt der Toten und über die Geister, die Krankheiten, Unglück und Tod unter den Menschen verursachen können.

Mergen

Mergen ist ein weiterer Sohn oder Geschöpf Kayra Hans. Er soll ein junger Mann sein, ist aber weise und intelligent. Er nutzt Pfeil und Bogen und reitet auf einem weißen fliegenden Pferd. Mergen Han ist auch bekannt für sein Umgehen mit Pfeil und Bogen, denn er soll nie sein Ziel verfehlen.

Kızağan

Kızağan Han ist der Gott des Krieges und des Zorns. Er ist ein weiterer Sohn Kayra Hans. Besonders von Kriegern wurde er verehrt, da er ihnen Mut und Stärke verleihen sollte. Der Name „Kızağan“ leitet sich vom türkischen Wort „kızmak“ ab, was „wütend werden“ oder „zornig sein“ bedeutet. Während andere Götter für Harmonie und Ordnung stehen, verkörpert Kızağan den wilden und zerstörerischen Aspekt des Krieges. In einer Legende wird überliefert, dass ein mächtiger Khan über Himmel und Erde herrschte, doch seine Grausamkeit erzürnt die Götter. Kayra Han schickt Kızağan, den Kriegsgott, um ihn zu bestrafen. Kızağan stürzt mit Blitz und Feuer herab, besiegt den Khan und zerstört sein Heer.

 

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